Bienensterben: ausgesummt?

Wie lange summt es noch? Eine berechtigte Frage, wenn man bedenkt, dass das Bienensterben bereits in vollem Gange ist. Gehören duftende Blumenwiesen bald der Vergangenheit an? Aber nicht nur das: Viele Pflanzen und Nahrungsmittel für Mensch und Tier sind von der Honigsammlerin abhängig. Das Bienensterben hat somit eine größere Reichweite, als auf den ersten Blick vermutet…

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Fleißiges Bienchen | © Foto: Fairwandlung.de

Wieso sind Bienen so wichtig?

Eine Vielzahl an Nahrungspflanzen sind auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen. Ob Früchte, Gemüse, Gewürze, Pflanzenöle – ohne die Biene und andere Bestäubungsinsekten würden die für uns als selbstverständlich erachteten Nahrungsmittel nicht zur Verfügung stehen – über 4.000 Gemüsesorten sind es allein in Europa, die von den Bienen abhängig sind.

Wenn keine Bienen mehr da sind, wer übernimmt dann die Aufgabe der Bestäubung und sorgt für pflanzliche Nahrungsmittel?

Kurzer Blick nach China: hier werden Pflanzen teilweise schon durch den Menschen per Hand bestäubt. Wie man sich vorstellen kann, ist diese Methode nicht sehr effektiv, da es sehr zeitaufwändig und somit teuer ist. Obst und Gemüse werden zur teuren Mangelware. Das kann nicht die Lösung sein…

Ursachen für das Bienensterben

Seit Ende der 1990er Jahre beobachten Imker einen starken Rückgang der Bienenpopulation. Die hohe Sterberate der Bienen hat verschiedene Ursachen:

  • schwindende Lebensräume durch monotone Agrarlandschaft
  • Pestizide
  • Klimawandel
  • Parasiten (Varroamilbe)
  • Überzüchtung
Schwindende Lebensräume

Durch die auf höchste Erträge ausgelegte konventionelle Landwirtschaft verschwinden die Lebensräume der Bienen. Monotone Agrarlandschaften ohne Kräuter und Blühpflanzen drängen die Bienen immer weiter zurück.

Wiesen werden für landwirtschaftliche Zwecke in Rekordzeit abgemäht, sodass Nahrungsmittelquellen für Bienen garnicht erst aufkommen können.

Pestizide

Durch den Einsatz von chemischen Pestiziden werden beim Obst- und Gemüseanbau in der konventionellen Landwirtschaft neben der gewollten Beseitigung der Schädlinge auch Bienen und sogar ganze Bienenvölker vergiftet. Diese Gifte schädigen das Nervensystem der Honigsammlerinnen und das kann von chronischen Vergiftungen bis hin zum Tode der Tiere führen – das Bienensterben nimmt seinen Lauf.

Parasiten (Varroamilbe)

Die ursprünglich aus Asien stammende Varroamilbe befällt Bienenstöcke, saugt den Arbeiterinnen das Blut aus und legt ihre Eier dann in den Bienenkörper. In den späten 60er Jahren wurden diese Parasiten nach Europa eingeschleppt. Mittlerweile sind sie fast weltweit zu finden.

Überzüchtung

Um der bienenfeindlichen, konventionellen Landwirtschaft zu trotzen, bräuchte es Bienen, die widerstandsfähig und anpassungsfähig sind. Leider steht aber auch hier der Ertrag an erster Stelle: jahrzehntelang wurden Bienen gezüchtet, die möglichst viel Honig produzieren und einfach zu halten sind – die Widerstandskraft blieb auf der Strecke.

So wird es den Bienen nicht gerade leicht gemacht, für blühende Wiesen und Nahrungsmittel zu sorgen.

Jeder kann helfen!

Um eine schnelle und radikale Veränderung bewirken zu können, bräuchten wir Gesetze, die den Einsatz dieser Bienenkiller-Pestizide verbieten. Leider lassen sich nur geringe Fortschritte in dieser Richtung verzeichnen.

Der Schutz von noch intakten Ökosystemen und die Vielfalt auf landwirtschaftlichen Flächen sind das A und O. Auch das Pflanzen von Hecken und das Anlegen von Wildblumenflächen hilft den Bienen dabei, Nahrung und Lebensraum zu finden.

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Fleißige Biene bei der Arbeit am Apfelbaum | © Foto: Fairwandlung.de

Jeder einzelne kann etwas tun! Als Konsumenten haben wir die Wahl, für welche Lebensmittel wir uns im Supermarkt entscheiden. Wählen wir das chemisch behandelte Obst und Gemüse, welches in monotoner konventioneller Landwirtschaft in Massen ohne Rücksicht auf Verluste produziert wird und unter anderem Lebensräume für Bienen und andere Tiere zerstört? Oder entscheiden wir uns dafür, chemiefreie, ökologische Landwirtschaft zu unterstützen, indem wir Bio-Ware kaufen?

Bei ökologisch produzierten Lebensmitteln werden keine chemischen Pflanzenschutzmittel verwendet. Durch eine optimale Fruchtfolge werden Schädlinge in Schach gehalten, genauso durch Nützlinge. Dazu kommt, dass die Sorten dieser Anbauart robuster und so weniger anfällig für Schädlinge sind. Die Natur hilft sich somit selbst.

Durch die Wahl von ökologisch produzierten Nahrungsmitteln bekommen nicht nur Bienen Lebensräume und Nahrung zurück, sondern die gesamte Tier- und Pflanzenwelt profitiert davon. Gesunde und vitaminreiche Nahrung durch ein natürliches funktionierendes Ökosystem – ist es nicht genau das, was alle Lebewesen wollen und brauchen?

Auf einen blühenden, bienenreichen Frühling! 🙂

Bis bald

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Quelle: greenpeace.de, umweltinstitut.org

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