Der natürliche weibliche Zyklus – einfach erklärt

Eigentlich weiß so ziemlich jede Frau ungefähr, was während des weiblichen Zyklus im Körper so vor sich geht… eigentlich! Es lohnt sich etwas genauer Bescheid zu wissen, gerade wenn man sich beispielsweise für alternative, natürliche Verhütungsmethoden interessieren sollte. Aber auch unabhängig davon, ist es sicherlich von Vorteil, seinen Körper besser kennenzulernen.

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Natürlichkeit | Foto: pixabay.com

Der natürliche weibliche Zyklus

Bereits bei der Geburt enthalten die Eierstöcke den gesamten Vorrat an Eizellen, die im Laufe des Lebens heranreifen können. Jede Eizelle ist von einem Eibläschen (Follikel) umgeben.

In jedem Zyklus reift in einer der beiden Eierstöcke eine befruchtungsfähige Eizelle heran, die beim Eisprung (Ovulation) freigegeben und vom Eileiter aufgenommen wird. Diese macht sich dann auf den Weg zur Gebärmutter. Wenn es zu keiner Befruchtung kommt, führt das 12 bis 16 Tage nach dem Eisprung zu einer Blutung. Eine neue Eireifung und ein neuer Zyklus beginnt.

Dieser Vorgang wird von bestimmten Zentren im Gehirn gesteuert und über Hormone angeregt. Entscheidend sind die beiden Hormone FSH (Follikel-stimulierendes Hormon) und LH (Luteinisierendes Hormon).

Die Phasen des Zyklus

Der weibliche Zyklus beginnt am ersten Tag der Regelblutung und endet am Tag vor der nächsten Blutung. Die beiden Phasen, in die man den Zyklus einteilen kann, orientiert sich an der Zeit vor und der Zeit nach dem Eisprung und nennen sich Eireifungsphase (vor dem Eisprung) und Gelbkörperphase (nach dem Eisprung).

Phase 1: Die Eireifungsphase

Eireifungsphase: Mit Beginn des Zyklus reifen mehrere Follikel (Eibläschen) mit den darin liegenden Eizellen in einer der beiden Eierstöcken heran. Das Follikel-stimulierende Hormon (FSH) steuert diesen Vorgang. Das am weitesten entwickelte Follikel platzt und gibt die Eizelle frei. Alle anderen Follikel, die in dieser Runde auch herangereift sind, gehen zugrunde.

Während dieser Phase bilden die Follikel das Hormon Östrogen, welches mit wachsender Follikelgröße auch vermehrt produziert wird. Der Östrogenspiegel im Blut steigt also immer weiter, je näher der Eisprung rückt. Durch das Östrogen wird die Gebärmutterschleimhaut neu aufgebaut und der Zervixschleim verändert sich, wird verflüssigt und bereitet so den Spermien den Weg vor. Auch die Gefühlswelt stellt sich ganz auf diesen Prozess ein… 😉 die Libido steigt!

Der Eisprung

Beim Eisprung platzt, wie bereits erwähnt, das am weitesten entwickelte Eibläschen und die Eizelle wird vom Eileiter aufgenommen, der sich zu diesem Zeitpunkt zum Eierstock bewegt und diesen zur Aufnahme umschließt. Die Eizelle macht sich nun in der nächsten Phase auf den Weg zur Gebärmutter.

Phase 2: Die Gelbkörperphase

Nachdem der Eisprung dann stattgefunden hat, beginnt die Gelbkörperphase. Das im Eierstock zurückgelassene Eibläschen wird nun zu einer Drüse umgewandelt und heißt ab jetzt aufgrund der Farbe Gelbkörper. Weiterhin produziert dieses Gelbkörperchen Östrogen, allerdings nimmt die Konzentration etwas ab. Zusätzlich bildet es das Hormon Progesteron.

Das Progesteron bereitet die aufgebaute Gebärmutterschleimhaut auf eine mögliche Einnistung einer befruchteten Eizelle vor und macht den Zervixschleim zähflüssig. Der Zervixschleim wird zudem weniger und pfropfartig, sodass es den Gebärmutterhalskanal abdichtet. Auch die Körpertemperatur steigt um wenige Zentel-Grad an und bleibt bis zum Ende des Zyklus erhöht. Die fruchtbare Zeit ist nun vorbei und es findet in diesem Zyklus kein Eisprung mehr statt.

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Das Bild zeigt den Eisprung, die Befruchtung der Eizelle und den Weg, den sie in den einzelnen Entwicklungsstufen bis hin zur Einnistung in der Gebärmutter zurücklegt | Foto: pixabay.com

Falls keine Befruchtung stattgefunden hat, geht der Gelbkörper ca. 12 bis 16 Tage nach dem Eisprung zugrunde. Die Produktion von den Hormonen Progesteron und Östrogen geht zurück, die Temperatur sinkt wieder und die aufgebaute Gebärmutterschleimhaut wird über die Menstruationsblutung ausgeschieden.

Die Länge eines weiblichen Zyklus ist nicht genau definiert. So individuell jede Frau ist, so individuell ist auch die Zyklus-Länge. Lebensphase, Lebensumstände, Medikamente, psychische Belastungen und vieles mehr kann den Zyklus beeinflussen. Der regelmäßige 28-Tage-Zyklus tritt nur in den wenigsten Fällen auf. Eine Zyklus-Länge von 23 bis 35 Tagen gilt in der Medizin als vollkommen normal.

Bis bald

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Quelle: BUCH Natürlich & Sicher – Das Praxisbuch von Arbeitsgruppe NFP

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