Alles rund um die Menstruationstasse

Einige von euch haben bestimmt schon von Menstruationstassen gehört, andere fragen sich jetzt vielleicht: Was ist denn das? Interessanterweise wurden diese Tassen relativ zeitgleich mit Tampons auf den Markt gebracht. Allerdings setzten sich Produkte der großen Hygiene-Hersteller durch, sodass die Menstruationstassen nicht wirklich Fuß fassen konnten. Aber das ändert sich ja nun vielleicht… 😉

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Menstruationstassen | © Foto: Fairwandlung.de

Menstruationstasse – was ist das?

Eine Menstruationstasse (oder auch Menstasse, Mondtasse, Mooncup, Menstruationskappe, Menstruationsbecher oder engl, menstrual cup) ist ein flexibler Becher aus medizinischem Silikon, der während der Menstruation als gesündere und nachhaltige Alternative zu Tampons verwendet werden kann.

Die Tasse wird in die Vagina eingeführt und fängt dort das Menstruationsblut auf. Das Tolle daran ist, dass die Tasse bis zu 12 Stunden im Körper verbleiben kann und erst dann wieder entleert werden muss. Wenn die Menstruationstasse richtig sitzt, spürst du sie überhaupt nicht. Du kannst Sport machen, schwimmen gehen… die Tasse macht das alles mit.

Anwendung und Hygiene

Wenn du ein Tassen-Neuling bist, dann wäre es sinnvoll, wenn du die Tasse vor der Periode ausprobierst. So kannst du in Ruhe testen, wie das Einführen und das Herausnehmen funktioniert.

Und so gehts:

Schritt 1: Tasse und Hände reinigen

Bevor du die Menstruationstasse benutzt, ist es wichtig, dass du die Tasse mit einer milden Seife reinigst. Die jeweiligen Hersteller bieten oftmals auch eigene Reinigungs-Mittelchen an, was ich aber nicht unbedingt für notwendig halte – eine normale, milde Seife tuts meiner Meinung nach auch. Das ist aber jedem selbst überlassen 🙂

Auch die Hände sollten vor der Verwendung gut gewaschen werden.

Schritt 2: Das Falten

Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Menstruationskappe zu falten: Die üblichen Varianten wären: das „U“, die „Tulpe“ oder das „S“.

Das „U“ hat seinen Namen, da der Rand des fertig gefalteten Bechers von oben betrachtet die Form eines „U“ hat. Hierzu wird der Becher einfach einmal in der Mitte, der Länge nach, gefaltet.

Beim „S“ ist es das gleiche Prinzip, nur dass der Becher wie eine Ziehharmonika gefaltet wird und so von oben ein „S“ darstellt.

Die „Tulpe“ ist der Favorit vieler Frauen. Die Tasse wird auch hier senkrecht gehalten, wie sie später auch im Körper sitzen wird. Dann nimmt man einen Finger, legt ihn auf den Rand des Bechers und drückt diesen nach unten in die Tasse rein. Von außen wird der Becher nun festgehalten, dass er nicht wieder in seine Ursprungsform zurückploppt. Die Form die nun entsteht ist eine Art Schnabel oder eben eine Tulpe 😉

Schritt 3: Das Einführen

Das Einführen selbst klappt meiner Meinung nach einfacher als beim Tampon. Das Silikon gleitet recht gut und da die Tasse nicht starr ist – wie ein Tampon zu Beginn – ist es überhaupt nicht schmerzhaft. Es ist eben eine kleine Umstellung. Man muss erst einwenig üben, bis man das Handling richtig raus hat. Wer beim Einführen dennoch etwas Probleme haben sollte, kann die Tasse auch leicht anfeuchten oder ein Gleitmittel auf Wasserbasis als Hilfsmittel verwenden. Und: Immer locker bleiben 😉

Viele Frauen führen die Tasse in der Hocke ein, andere stellen gerne ein Bein etwas höher. Von der Körperposition her, ist es nicht anders als bei einem Tampon – und jede Frau hat da ihre eigene Technik.

Wenn die Tasse dann am Ort des Geschehens angekommen ist, prüfst du, ob sich die Tasse im Körper komplett entfaltet hat. Das machst du, indem du mit 2 Fingern nach dem eingeführten Becher greifst und versuchst, ihn vorsichtig um 360 Grad zu drehen. Falls die Tasse zu diesem Zeitpunkt noch nicht richtig aufgeploppt war, wird sie das normalerweise jetzt nachholen. Du kannst es auch prüfen, indem du mit einem Finger einmal um den Becher fährst. So spürst du, ob der Becher an der Scheidenwand anliegt und seine richtige Position eingenommen hat. Wenn alles funktioniert hat, dann entsteht ein Vakuum, welches die Tasse an Ort und Stelle hält. Das Menstruationsblut kann so nicht mehr daran vorbeifließen und wird schön brav in der Tasse aufgefangen.

Es gibt übrigens keine exakte Vorgabe, die weit du das Tässchen einführen solltest. Manchen Frauen ist es angenehmer, wenn es direkt vor dem Muttermund sitzt, andere wollen es lieber weiter vorne haben. Das musst du einfach ausprobieren, was dir am angenehmsten ist.

Schritt 4: Das Entfernen oder „wie bekomm ich das Ding wieder raus?!“

Bei dem Gedanken, dass man eine Silikon-Tasse vaginal einführt, kein langes Rückholbändchen hat und sich dann auch noch ein Vakuum bildet, wird manchen vielleicht nicht so wohl sein. Ich hatte zu Beginn auch meine Bedenken.. aber die waren vollkommen unnötig 🙂

Unter dem Tassenrand befinden sich 2 bis 4 kleine Löcher, durch die man das Vakuum lösen kann. Man greift einfach mit 2 Fingern nach der Tasse und drückt diese am unteren Teil zusammen. Schon löst sich das Vakuum und der Becher kann herausgenommern werden. Falls du die Tasse nicht direkt greifen kannst – keine Panik! Du kannst einfach leicht Pressen und schon kommt dir das gute Stück entgegen. Der kleine Stiel, der sich am Ende befindet, kann ebenfalls zum leichten Heranziehen genutzt werden. Nur solange das Vakuum noch besteht, ist es besser, wenn du nur leicht daran ziehst, sonst kann es unter Umständen etwas schmerzhaft werden.

Die Menstruationstasse kann bis zu 12 Stunden im Körper verbleiben. Es reicht praktisch, wenn du sie morgens und abends entleerst, die restliche Zeit über bist du safe 🙂

Wenn du die Tasse dann herausgenommen hast, kannst du das Menstruationsblut in die Toilette  kippen, die Tasse abspülen und wieder einsetzen. Es empfiehlt sich, zur Reinigung eine milde Seife zu verwenden oder zwischendurch auch nur Wasser – je nachdem was einem gerade zur Verfügung steht. Wenn zum Beispiel unterwegs kein Waschbecken in der Toilette vorhanden ist, dann kannst du auch Toilettenpapier verwenden, um dein Tässchen abzuputzen. Danach kann es wieder eingeführt werden.

Am Ende der Periode, wird die Menstruationstasse in einem Topf mit Wasser abgekocht und wieder in dem mitgelieferten Beutelchen aufbewahrt. Dauer der Kochzeit findest du in der jeweiligen Beschreibung, die ebenfalls mitgeliefert wird. Wenn sich die Tasse mit der Zeit durch das Blut verfärbt, dann kannst du beim Abkochen einen guten Schuss Essig mit reingeben. Oftmals reicht das schon aus, damit deine Tasse wieder fast wie neu aussieht. Nach dem Abkochen kannst du den Cup auf einem Küchentuch trocknen lassen. Bitte nicht in die Sonne stellen, da das Material ansonsten Schaden nehmen kann.

Unter 4 Menstruationstassen: Vergleich und Erfahrungen kannst du dich über verschiedene Tassen informieren. Falls du also noch nicht sicher bist, welche Tasse für dich geeignet wäre, könnte dir dieser Artikel vielleicht ein Stück weiterhelfen 🙂

Vor- und Nachteile

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Tampons, Binden & Co.: Kosten, Müll, Bakterien und vieles mehr | © Foto: Fairwandlung.de

Die Verwendung einer Menstruationskappe hat viele Vorteile:

1. Kein Austrocknen der Scheide: Tampons saugen alles auf, was ihnen in die Quere kommt. Die Tasse sammelt dagegen nur das Menstruationsblut auf und trocknet die Schleimhäute nicht aus.

2. Nur alle 12 Stunden wechseln: Durch das große Fassungsvermögen muss die Tasse nicht ständig gewechselt werden. Auch wenn man tagsüber unterwegs ist, muss man sich keine Gedanken zu machen. Nachts ist ebenfalls Ruhe 🙂

3. Keine allergieauslösende Stoffe: Menstruationstassen bestehen aus medizinischem Silikon oder aus TPE (Thermoplastisches Elastomer), welches zur Herstellung von medizinischen Produkten und Geräten zugelassen ist.

4. Hygiene: Da sie aus medizinischem Silikon bestehen, können sie hygienisch gereinigt und desinfiziert werden.

5. Kostenersparnis: Diese Tassen können bis zu 10 Jahre verwendet werden! So entstehen keine laufenden Kosten wie beim Kauf von Tampons und Binden.

6. Kein Müll: Da sie immer wieder verwendet werden können, entstehen keine Müllberge.

7. Den eigenen Körper besser kennenlernen: Dadurch dass die Tassen das Blut auffangen und es nicht in den Tiefen eines Tampons verschwindet, bekommst du einen besseren Überblick über die Stärke der Periode.

Nun zum Schluss kommen wir noch zu den „Nachteilen“:

1. Hygiene muss berücksichtigt werden: Die Tasse muss richtig gereinigt werden.

2. Jede Frau ist anders: Normalerweise passt sich die Menstruationstasse sehr gut an den Körper an. Aber es ist nicht jede Frau gleich. Es gibt die Tässchen zwar in verschiedenen Größen und Formen, aber dennoch kann es sein, dass man nicht direkt mit der ersten Tasse direkt gut klarkommt.

3. Sehen und Anfassen: Wer für die Monatshygiene gerne diese Variante wählen möchte, der darf keine Probleme haben „zuzugreifen“. Wer Probleme hat, mit den Fingern in der Scheide zu werkeln, der ist mit dieser Methode vielleicht nicht so gut bedient. Ebenso sollte man sein eigenes Blut sehen können. Sonst könnte es auch evtl. zu Problemen kommen 😉

Hast du bereits Erfahrungen mit diesen Tassen gemacht? Oder interessierst du dich vielleicht dafür zu Menstruations-Cups zu wechseln? 🙂

Ich freu mich über dein Feedback!

Bis bald

Signatur-Mona-xoxo-schräg-web

Quelle: menstruationstasse.net

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5 Kommentare

  1. Liebe Mona,

    genau das Einführen ist auch an den schwächeren Tagen angenehmer als bei Tampons, da so eine Kappe nichts aufsaug, außerdem kann sie vorher mit Wasser oder Gleitmittel befeuchtet werden.

    Um deine 3 Nachteile mal abzuschwächen 🙂
    1. Bezüglich der Pflege habe ich erst kürzlich eine Aussage eines Frauenarztes gelesen, dass es reichen würde die Menstruationskappe mit heißem Wasser auszuspülen. Abkochen kann man, aber steril, sind Tampons ja auch nicht. Viel wichtiger ist es die Hände zu reinigen. Auf der Kappe selbst haben Bakterien es schwer überhaupt anzuhaften, weil sie keinen Nährboden finden. Ich habe auch ein Diaphragma, das soll auch überhaupt nicht abgekocht werden und ist aus dem gleichen Material.
    2. Ich arbeite für MonthlyCup und wir haben zum Beispiel die Größengarantie wenn man über https://www.menstrualcup.com/de bestellt. D.h. man hat 6 Monate Zeit die Größe zu testen und bekommt bei nicht Gefallen die andere Größe zugeschickt.
    3. Auf Binden und Tampons sieht man das eigene Blut ja auch und ist viel länger damit konfrontiert, z.B. wenn diese Produkte dann im Mülleimer vor sich hingammeln und noch entsorgt werden müssen. Sich anzufassen sollte nicht schlimm sein. Man sollte seinen eigenen Körper doch kennen und lieben lernen.

    Liebe Grüße
    Isabella

  2. Hallo Mona,

    klasse Aufbereitung des Themas. Wie Du siehst, beschäftige ich mich ebenfalls mit Menstruationstassen. Was ich aus meiner eigenen Erfahrung und von E-Mails meiner Leserinnen gelernt habe ist, dass der erste Schritt, einfach mal einen Menstruationsbecher auszuprobieren, der Schwierigste ist.
    Wenn man sich dann einmal überwunden hat, fallen vor allem die Vorteile, wie die längere Tragedauer auf. Auch das Reinigen ist gar nicht allzu schlimm, daran gewöhnt man sich ja recht schnell.

    PS: Noch zur Ergänzung. Du hast ja bereits geschrieben, dass man die Menstruationstassen auch ohne Probleme Nachts verwenden kann. Im Gegensatz zu Tampons haben sie aber noch den Vorteil, dass man am nächsten Morgen nicht dieses trockene Gefühl hat, weil die Scheide durch den Tampon über Nacht völlig ausgetrocknet wurde. Das empfinde ich persönlich auch als sehr angenehmen Pluspunkt.

    Viele Grüße
    Justine

    • Hallo Justine 🙂

      vielen lieben Dank 🙂
      Ich habe auch schon auf deiner Seite gestöbert – gefällt mir richtig gut! 🙂

      Da hast du absolut recht, das war bei mir auch so. Aber schließlich hat die Neugierde gesiegt und darüber bin ich sehr froh. Ich möchte nicht mehr zu Tampons zurück.

      Das ist wahr, Thema Austrocknen ist mit einer Menstruationstasse Geschichte 🙂

      Viele liebe Grüße

      Mona

  3. Ich war bisher noch am Überlegen mir diese Tasse zuzulegen, hatte aber auch Bedenken in Punkto Hygiene und welche Größe ich verwenden müsste, sodass nicht doch irgendwas „daneben geht“.
    Dass man die Tasse bis zu 12 Stunden tragen kann, war mir ebenfalls nicht bekannt.
    Mich gruselte daher die Vorstellung, die Tasse unterwegs reinigen zu müssen.
    Alles in Allem war das ein schöner Überblick und ich werde es wohl wagen. 🙂

    • Vielen Dank für dein Feedback 🙂

      Die Tassen gibt es in unterschiedlichen Formen, Größen und auch Weichheitsgraden.
      In den nächsten Wochen stelle ich verschiedene Tassen vor und schreibe auch was zur jeweiligen Größenauswahl. Die meisten Hersteller orientieren sich am Alter der Frau und ob sie schon vaginal entbunden hat oder nicht. Andere nehmen noch die Statur der Frau mit rein. Da wird aber wie gesagt noch ein Artikel folgen 🙂

      Die Bedenken mit der Hygiene beim Wechseln unterwegs kann ich absolut nachvollziehen. Ich möchte die Tasse auch nicht – beispielsweise auf einer öffentlichen Toilette – unterwegs reinigen. Da die Tasse aber bis zu 12 Stunden im Körper bleiben kann, lässt sich das recht gut planen 🙂

      Für alle Fälle habe ich mir sicherheitshalber noch einen Bio-Tampon und eine kleine Plastiktüte in der Handtasche deponiert, ich sichere mich gerne mehrfach ab 😉
      Eine Zweit-Tasse für die Handtasche wäre auch noch eine Möglichkeit 🙂

      Viele liebe Grüße

      Mona

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